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Fersensporn

  • physiotherapiestah
  • 5. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

 


Beginn ist oft schleichend: Zunächst schmerzen die Fußsohlen beim Aufstehen, und es dauert eine Weile, bis sich die Füße "eingelaufen" haben. Mit der Zeit wird diese Phase immer länger. Später verändert sich das Gangbild selbst bei leichter Belastung – es kommt zu Humpeln, Anlaufschmerzen und die Ausübung gewohnter sportlicher Aktivitäten wird zunehmend erschwert. Viele Menschen, die bereits von Fußschmerzen betroffen sind, diagnostizieren einen Fersensporn oft schon selbst, bevor ein Arzt oder Therapeut konsultiert wird.


Doch was passiert dabei eigentlich genau?



Die Bildung von Knochen im Körper ist ein langwieriger Prozess, sodass das Problem in der Regel schon längere Zeit besteht. Der anfängliche Schmerz unter der Fußsohle, den viele Patienten erleben, ist häufig eine plantare Fasziitis – eine Entzündung des Bindegewebes unter dem Fuß, die oft mit einer Reizung der Achillessehne einhergeht. Diese setzt wie die plantare Faszie an der Ferse an, genauer gesagt am Fersenbein.


Durch die chronische Entzündung wird die Muskulatur auf neurologischer Ebene in einen Zustand ständiger Spannung versetzt. Was ursprünglich als Schutzmechanismus gedacht war, wird zum Problem: Die anhaltende Muskelspannung verursacht Zug an den Ansatzpunkten am Knochen – an der Knochenhaut, einem feinen Gewebe, das den Knochen umhüllt. Die Knochenhaut wird sozusagen „vom Knochen abgezogen“, und Zellen wandern in den entstandenen Spalt, um neuen Knochen zu bilden: den Fersensporn. Dieser irritiert das umliegende Gewebe und verstärkt das Entzündungsgeschehen, was einen Teufelskreis in Gang setzt.



Ein Wort zu Medikamenten


Es mag verlockend erscheinen, die Entzündung mit Medikamenten wie Ibuprofen oder Diclofenac zu bekämpfen. Langfristig kann dies jedoch die Chronifizierung der Beschwerden fördern. Wer die Entzündung unterdrückt, blockiert auch den natürlichen Heilungsprozess, da genau in der Entzündung die Prozesse ablaufen, die zur Heilung führen. Wird das Gewebe nicht vollständig auskuriert, bleibt es schwach und anfällig für erneute Beschwerden.


Ein weiteres häufig verwendetes Medikament ist Cortison. Auch hiervon möchten wir dringend abraten. Langfristige Anwendung kann die Sehnen schädigen und sie spröde machen, was zu Rissen – beispielsweise der Achillessehne – führen kann, oft ohne ein erkennbares Trauma.


Was tun?


Nun, da Sie einen Überblick über die Entstehung des Fersensporns haben: Was können Sie konkret dagegen tun? Der erste Schritt ist die Ursachensuche, die je nach Person unterschiedlich ausfallen kann. Es gibt jedoch einige häufige Faktoren.



Mögliche Ursachen und einfache Maßnahmen


  • Störungen der Gewebsernährung: Chronische Erkrankungen wie eine venöse Insuffizienz können die Entstehung eines Fersensporns begünstigen. Der Stoffwechsel funktioniert nicht optimal, was zu Entzündungen führt – vor allem an den tiefsten Punkten des Körpers.

  • Langes Sitzen und Bewegungsmangel: Auch sitzende Tätigkeiten erschweren den venösen Rückfluss.

  • Was hilft?

  • Spezielle Übungen aus der "Entstauungsgymnastik" zur Förderung des venösen Rückflusses aus den Beinen.

  • Kompressionsbehandlung: Diese muss nicht zwingend medizinisch sein. Marken wie Falke oder Adidas bieten Kompressionssocken für den Alltag an.

  • Schuhwerk überprüfen: Schlecht sitzende Schuhe – wie Flip-Flops, hohe Schuhe oder enge Lederschuhe – können die Fußbeweglichkeit einschränken oder Fehlbelastungen fördern. Investieren Sie in qualitativ hochwertige, ggf. orthopädische Schuhe, die die Fußgesundheit unterstützen.



Was kann Osteopathie tun?


Osteopathie bietet vielfältige Ansätze, um den Fersensporn zu behandeln:

  1. Asymmetrien und Fehlstellungen im Körper erkennen und die betroffenen Muskelketten entlasten.

  2. Fasziale Spannungen im Bauchraum (z. B. durch Narben) lösen – dies fördert den lymphatischen Rückfluss.

  3. Beweglichkeit der Sprunggelenke verbessern und alte Traumata auflösen.

  4. Verklebte und verkürzte Faszien lokal behandeln.

  5. Kiefergelenkbehandlung: Das Kiefergelenk ist ein zentraler „faszialer Knotenpunkt“, der auch Auswirkungen auf die Füße hat.

  6. Mobilisation der Kopfgelenke, insbesondere des ersten Halswirbels, für ein besseres Gleichgewicht und Entlastung der Gelenke.

  7. Behandlung der Hüftgelenke: Eine eingeschränkte Rotationsfähigkeit kann zu Fehlbewegungen im Fuß führen.



Selbsttests für zu Hause


  1. Vorbeugetest: Können Sie im aufrechten Stand mit gestreckten Knien den Boden berühren? → Wenn mehr als eine Handbreit Abstand bleibt, deutet dies auf eine Verkürzung hin.

  2. Rückentest (in Rückenlage): Liegt Ihre Halswirbelsäule entspannt auf oder zieht es den Kopf in den Nacken? Wird die Lendenwirbelsäule stark ins Hohlkreuz gezogen?

    Fallen die Füße stark nach außen? → Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, besteht möglicherweise ein fasziales Ungleichgewicht.


In einem künftigen Blogbeitrag werden wir Ihnen gezielte Übungen und Routinen vorstellen, mit denen Sie diese Probleme selbst angehen können. Bleiben Sie dran – abonnieren Sie unseren Blog!



Fazit


Dieser Beitrag bietet einen ersten Einblick, wie Osteopathie bei der Behandlung von Fersensporn-bedingten Schmerzen helfen kann. Wir ermutigen Sie, eigene Übungen und Strategien zu entwickeln, basierend auf den hier vorgestellten Ansatzpunkten. Selbstverständlich stehen wir Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.



Ihr Team der Praxis Stahl

 
 

KONTAKT

Tel: 06172 - 38 68 996

Mobil: 0152 - 25 19 72 23

Email: kontakt@osteopathie-bad-homburg.de

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61348 Bad Homburg

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